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Dolomiten-Rundtour im Friaul

06.08.2026

Polenta, Geröll und ein bisschen Regen

Nadine hat uns dieses Jahr mit der „Anello Dolomiti Friulani“ eine echte Traumtour beschert. Sonntag, 7 Uhr in Geltendorf – hochmotiviert und staufrei ging es über den Tauern-Tunnel nach Forni di Sopra. Nach einer guten Stunde Aufstieg erreichten wir das wunderschön gelegene Rifugio Giaf.

Am nächsten Morgen hieß es: raus aus dem Rifugio und rauf auf die Berge! Über drei Kämme, mit reichlich Auf und Ab und ständig wechselnden grandiosen Ausblicken, ging es Richtung Forcella dell’Inferno. Der lange Abstieg hatte es in sich – immerhin kreuzte eine Steinbockfamilie unseren Weg. Im Rifugio Flaiban wurden wir dafür herzlich empfangen und mit Polenta belohnt.

Am nächsten Tag wartete erst ein steiler Geröllaufstieg, dann wunderbare Waldwege – und schließlich unsere persönliche Wellness-Oase: zwei getrennte Gumpen für Damen und Herren. Ein erfrischendes Vollbad später waren wir wie neu und der kurze Aufstieg zum Rifugio Pordenone plötzlich ein Kinderspiel.

Tag drei führte uns durch eine beeindruckende Scharte zum Campanile di Val Montana. Vor der feuerroten Biwakschachtel genossen wir die Aussicht, bevor wir uns hochmotiviert an die Geröllabfahrt machten. Diese überstanden wir glücklicherweise ohne größere Blessuren. Ein bitterkaltes Bad mit Krokodil im Staubecken des Rifugio Padova rundete den Tag ab – Wellness auf italienisch.

Für den letzten Tag kündigte sich Gewitter an. Dank Iris, die mit der Wirtin auf italienisch verhandelte, durften wir unser Frühstück eine Dreiviertelstunde früher genießen und konnten somit unseren Weg noch trocken absolvieren und sogar im Rifugio Giaf essen. Erst etwa 500 Meter vor dem Auto kam endlich unsere Regenausrüstung zum Einsatz. Das zusätzliche Rucksackgewicht war also doch nicht völlig umsonst!

Am Ende standen 47 Kilometer, knapp 5.000 Höhenmeter, jede Menge Dolomitentürme, riesige Geröllfelder, steile Scharten und Rinnen, aber auch liebliche Täler, Lärchenwälder, Wiesen und rauschende Bäche auf dem Konto.

Und natürlich: jeden Tag Polenta – jedes Mal anders zubereitet. Eine Wirtin brachte es mit einem Augenzwinkern auf den Punkt:
„Wir machen täglich Polenta, um die Touristen zu vergraulen.“

Die Tour ist ein echtes Highlight und absolut empfehlenswert!

Katrin Santiago